Sehr verletzt :-/

Hallo,

mein Mann und ich hatten letztens aus einer Kleinigkeit heraus einen ziemlich heftigen Streit indem folgendes gesagt wurde von ihm: Wir werden uns nie ein Haus zusammen kaufen weil wir uns nicht vertrauen, er wird doch nicht seine Wohnung verkaufen um mit mir ein Haus zu kaufen und am Ende sitze ich mit meinen beiden Kindern drin.

Er hat zwei Kinder. Ich habe zwei Kinder und wir haben ein gemeinsames Kind. Alle vier Kinder aus erster Ehe leben nicht bei uns. Ich frage mich wie man so etwas sagen kann. Mich hat das sehr verletzt und tut es noch immer.

Wie kann ich so eine Aussage einsortieren? Irgendwie hat es auch etwas mit meinem Vertrauen gemacht und es macht mir Gedanken…

Ich weis nicht was ich gerne hören will vielleicht geht es mir darum das mir jemand zuhört.

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Du hast einen "gebrauchten" Mann genommen, die kann sich frau nicht mehr so formen, wie "frische"....

Im Ernst: Seine erste Beziehung hat ihm gezeigt, das Vertrauen letztendlich nicht sinnvoll ist, deshalb geht er mit dir nur bis zu einem gewissen Punkt und nicht weiter. Er will nicht nochmal finanziell abgebrannt und emotional ausgebrannt dastehen müssen.

Er schützt sich selbst, dass hat mit dir, so gesehen, nichts zu tun, dass würde er mit jeder Frau so machen.

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Der Freund meiner Kollegin hat auch wegen Erfahrungen im Elternhaus immer gesagt: ich heirate dich nicht, weil wenn wir uns trennen sollten, räumt du mir die Wohnung leer.

Ok, er hst sie dann wegen Hauskauf geheiratet um Nebenkosten zu sparen, und sie sind glücklich miteinander.

Trotzdem. Wenn er so Angst hat, dass du mit deinen Kindern, usw., dann würde ich mir ernsthaft überlegen, ob er denn ansonsten zu dir und deinen Kindern stehen würde.

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Oftmals muss man unter den schlechten Erfahrungen, die jemand mit dem oder der Ex gemacht hat, leiden, weil derjenige viel Geld, Vertrauen, ein Zuhause oder eine Familie verloren hat.

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Im Streit sagt man manchmal Dinge bewusst um den anderen zu verletzen. Offenbar ist die Angst beim Scheitern eurer Beziehung als finanziell ausgebrannter Verlierer dazustehen etwas dass ihn (mal) beschäftigt (hat). Hat er vielleicht in seiner ersten Ehe ähnliches erlebt?

Ich würde das nicht zu hoch aufhängen. Mit Vertrauen hat das doch auch nichts zu tun. Im Grunde hat er ja recht, so ein Hauskauf ist im Hinblick auf eine mögliche Trennung (und die kann man Vertrauen hin oder her ja nie komplett ausschließen) ein enormes finanzielles Risiko, bei den einem auch mal Angst und Bange werden kann.

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Danke für deine Antwort. Ich verstehe was du sagst und sicherlich ist das richtig so. Was mir so sauer aufstößt ist eigentlich das er meine Kinder erwähnt in einem Streit der nichts mit ihnen zu tun hat bzw. sie wohnen nicht mal bei uns. Das ist für mich unverständlich. Und sagt es nicht aus wie er insgeheim über mich denkt? Und ist nicht bei allem was man sagt etwas Wahrheit dabei? Er sagte er vertraut mir nicht, also ich hab immer noch zu schlucken damit.

Und ich selbst bin auch geschieden und hab auch schlechte Erfahrungen gemacht, genau weil wir das beide erlebt haben, sollte man doch etwas sensibel sein bei dem was man sagt.

Vielleicht bin ich zu empfindlich…

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Da ist bestimmt was Wahres dran.
Ich kann nachvollziehen wie du dich fühlst, aber auch wie dich dein Partner fühlt.
Auch bei uns gibt es Probleme, Besitzansprüche der Bonuskinder, Rangeleien über dein und mein.
Vor allem auf der Seite der Exfrau meines Mannes.

Wir haben trotzdem gewagt ein Haus zu kaufen. Auch wenn der eine wesentlich wohlhabender war und mehr Eigenkapital eingebracht hat und der andere den besser bezahlen Job hat um den Kredit und das Leben mit all seinen Nebenkosten zu bezahlen…

Wir konnten viel Sicherheit gewinnen indem wir notariell abgesicherte Verträge geschlossen haben.
Der Rest ist zwischenmenschliches Gefühl. Und das unterliegt manchmal nicht der Logik.
Da braucht es viel Zeit, viele positive Momente die die Bedenken überschreiben und ggf. Hilfe von außen, d.h. Paartherapie.

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Seine Bedenken kann ich verstehen. Er hat jetzt für sich und Besuche seine Kinder ein sicheres Dach über dem Kopf. Das würde er aufgeben, neue Schulden machen und in Falle einer Trennung stünde er dir gegenüber, die zwei Kinder zu versorgen hat. Wer als Vater eine Trennung hinter sich hat, vertraut nicht den Familiengerichten und ganz sicher nicht dem Wort einer Partnerin.

Da braucht es schon Vereinbarungen, die ihm die Sicherheit auch im Falle einer Trennung gewähren, dass er nebst seinen Kindern nicht aus der aus seinem Vermögen(!) finanzierten Immobilie geworfen wird. Ein Notariat kann das gestalten.